Ingrid Mühlbachler 

c) Ingrid Mühlbachler

Ingrid Mühlbachler (* 1964 Steyr) lebt und arbeitet in Waidhofen an der Ybbs. Sie entdeckte schon in jungen Jahren das Malen mit Acryl auf Leinwand für sich entdeckt. Künstlerisch geprägt durch ihre Ausbildung sowie durch kontinuierliche Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte und Praxis, verbindet Ingrid Mühlbachler in ihrem Werk pädagogische Sensibilität mit künstlerischer Konsequenz. Als langjährige Teilnehmerin an Ausstellungen und Initiativen der regionalen Kunstszene sowie als Mitglied von Kunstvereinen ist ihr Schaffen fest in der niederösterreichischen Kulturlandschaft verankert.


In den Bildern von Ingrid Mühlbachler geht es um Menschen, Gefühle und das Zusammenleben mit anderen. Manche Bilder zeigen Menschen, andere bestehen aus Farben, Linien und Bewegungen.

Die Künstlerin beschäftigt sich mit Themen wie Freundschaft, Ausgrenzung, Mobbing und dem Wunsch dazuzugehören. Das sind Dinge, die viele Kinder und Jugendliche aus der Schule oder aus sozialen Medien kennen.

Die Menschen in ihren Bildern haben oft keine erkennbaren Gesichter. Dadurch können sie für viele verschiedene Personen stehen. Die Bilder zeigen, wie schnell Menschen nach ihrem Aussehen beurteilt werden, obwohl man ihre Gedanken und Gefühle nicht sehen kann.

In den abstrakten Bildern drücken Farben und Formen Gefühle aus, die sich oft schwer in Worte fassen lassen – zum Beispiel Unsicherheit, Traurigkeit, Mut oder Hoffnung.

Die Ausstellung lädt dazu ein, darüber nachzudenken: Wie sehen wir andere Menschen? Wie sehen wir uns selbst? Und wie können wir wir selbst bleiben, auch wenn andere uns beurteilen oder beeinflussen?

Beziehungsweise, Acryl auf Leinwand.

Wer bist du, wenn niemand dich ansieht? Identität ist kein fester Ort. Sie ist Bewegung, ein tastendes Entstehen zwischen Innen und Außen, zwischen dem, was wir fühlen, und dem, was gesehen wird. Die Psychologie beschreibt sie als Prozess – als ein Geflecht aus Erinnerungen, Beziehungen und Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Schon in der Antike hallt diese Frage wider: „Erkenne dich selbst“, heißt es in Delphi – und doch bleibt dieses Selbst ein Rätsel. Narziss verliert sich im eigenen Spiegelbild, gebannt vom äußeren Schein, während Ödipus an der verborgenen Wahrheit seiner Herkunft zerbricht. Identität erscheint hier als Suche – als etwas, das entdeckt werden will und sich zugleich entzieht. Auch fernöstliche Erzählungen lösen das Ich in Bewegung auf. Der Philosoph Zhuangzi träumt, er sei ein Schmetterling – und erwacht in der Ungewissheit, wer hier eigentlich wen träumt. Identität wird flüchtig, durchlässig, kaum zu greifen. In den Bildern von Ingrid Mühlbachler begegnen wir genau diesem Schwebezustand. Figuren ohne klare Gesichter, Körper ohne feste Grenzen – sie wirken anonym und zugleich zutiefst vertraut.

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Kuratiert von Mag. Elizabeth Phillips